Schopenhauer



Dissertation über den wissenschaftstheoretischen Ansatz Schopenhauers

Schopenhauers Philosophie der Naturwissenschaft
Aprioritätslehre und Methodenlehre als Grenzziehung naturwissenschaftlicher Erkenntnis
Bouvier Verlag, Bonn 1985
- zur Zeit vergriffen -

Aus der Einleitung

"Die von Schopenhauer vertretene 'idealistische Grundansicht' bildet nach weitgehender Übereinstimmung der Interpreten die Grundlage seiner Erkenntnistheorie. Es gilt als selbstverständlich, daß seine Aprioritätslehre von der 'idealistischen Grundansicht' aus verstanden werden muß. Zwar hat es immer wieder Stimmen gegeben, die wegen der (vermeintlichen oder tatsächlichen) Unvereinbarkeit von Schopenhauers idealistischer Er- kenntnistheorie und realistischer Metaphysik die Auffassung vertraten, daß der Idealismus ein Zugeständnis an den Zeitgeist und seinen ‚eigentlichen‘ Ideen eher hinderlich gewesen sei‚ doch hat dies an der Alleinherrschaft des idealistischen Interpretationsansatzes nichts geändert.
Daß dieser idealistische Interpretationsansatz angesichts des von Schopenhauer stets mit Nachdruck gemachten Bekenntnisses zur 'idealistischen Grundansicht' völlig berechtigt ist, soll hier keineswegs bestritten werden. Was sich jedoch sehr wohl bestreiten läßt, ist die Unterstellung, daß dieser Interpretationsansatz der einzig legitime sei. Die fundamentale Intention meiner Arbeit besteht gerade darin, einen fast völlig übersehenen wissenschaftstheoretischen Ansatz in Schopenhauers Erkenntnistheorie herauszuarbeiten.
Der idealistische Ansatz hat die Grundmerkmale der Welt als Vorstellung zum Gegenstand, während der wissenschaftstheoretische Ansatz darauf abzielt, die Grenzen der Wissenschaft zu bestimmen, um dadurch eine Thematik aufzuweisen, die von den Wissenschaften prinzipiell nicht behandelt werden kann und daher als die Aufgabe der Metaphysik betrachtet werden muß.

Pressestimmen

„Indem der Autor nicht nur die Idealismusproblematik ausklammert, sondern auch Begriffe und Methoden der Analytischen Philosophie verwendet, erscheinen verschiedene Probleme von Schopenhauers Erkenntnistheorie in einem neuen Licht.“
Margit Ruffing, 67. Schopenhauer-Jahrbuch 1986

„Abgesehen von … Problemen, bei denen auch der Autor den traditionsreichen Streit verschiedener philosophischer Schulen endgültig zu lösen nicht beansprucht haben wird, ist hervorzuheben, dass es Morgenstern nicht zuletzt dank souveräner Kenntnis der Schopenhauerschen Primärtexte gelungen ist, am Beispiel der Wissenschaftstheorie, einem Stiefkind der Schopenhauerforschung, zu verdeutlichen, wie seiner Zeit vorausgreifend, wie modern Schopenhauer in vielem dachte. Schopenhauer beginnt, endlich, auch in der akademischen Diskussion als Klassiker rehabilitiert zu werden. - Für die wissenschaftstheoretische Diskussion mit Schopenhauer leistete Morgenstern einen wesentlichen Beitrag.“
H. Strohm, Universitas 1/1986

„Morgenstern’s book succeeds admirably in bridging the gap between idealism and contemporary philosophy of science …
Morgenstern’ book is essentially his doctoral dissertation at the University of the Saarland and is written in somewhat repetitive dissertation-style German. But it is carefully researched and well documented both with regard to Schopenhauer’s interprets and to the leading figures in contemporary scientific explanation. The book should appeal beyond the dedicated Schopenhauer scholar to anyone interested in the history and philosophy of science.”
Peter Hentz-Ohmes, Idealistic Studies 1/1988

„Although M. Morgenstern does not, of course, claim to refute Schopenhauer’s own declarations, he feels that the latter’s epistemology may be understood in another way, that is, along the lines of the history of science. From this point of view the main purpose is to point out the limits of science and in this way to discover themes that lie beyond the power of science and so turn out to be a task for metaphysics. …
This investigation, which includes a good bibliography, has two merits. It throws a new light upon a problem too often considered already solved. It handles clearly and methodically an austere, not to say forbidding, topic about which Schopenhauer has provided hints, at times very confusing. This book undoubtedly constitutes a step forward in Schopenhauer studies.”
P.-Philippe Druet, International Philosophical Quarterly, 3/1988


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Eine ehrenvolle Anerkennung

Poppers Brief an den Autor vom 30.08.1986

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Aufsätze zu Schopenhauer


Die Grenzen der Naturwissenschaft und die Aufgabe der Metaphysik bei Schopenhauer
in : 67. Schopenhauer-Jahrbuch 1986, S.71-93

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Schopenhauers Begriff der Metaphysik und seine Bedeutung für die Philosophie des 19. Jahrhunderts
in: Zeitschrift für philosophische Forschung, Bd. 41 Heft 4 1987, S.592-612

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Schopenhauers Grundlegung der Metaphysik
in : 69. Schopenhauer-Jahrbuch 1988, S.57-66

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Die metaphysischen Wurzeln der Moral bei Schopenhauer
in: Dieter Birnbacher, Andreas Lorenz, Leon Miodonski (Hrsg.), Schopenhauer im Kontext. Deutsch-polnisches Schopenhauer-Symposion 2000, Würzburg 2002, S.71-82.

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Schopenhauers Lehre vom Glück
in: Aufklärung und Kritik, Sonderband 14, 2008, S.116-135.

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Schopenhauers Kritik des Materialismus
in: 94. Schopenhauer-Jahrbuch 2013, S.8-24.

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Ueber den Willen in der Natur
in: Daniel Schubbe, Matthias Koßler (Hrsg.): Schopenhauer-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung, Stuttgart 2014, S.92-100.

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Schopenhauers Theorie des Satzes vom Grund als Aprioritätslehre
in: Dieter Birnbacher (Hrsg.): Schopenhauers Wissenschaftstheorie: Der "Satz vom Grund", Würzburg 2015, S.9-28.

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Der Mensch als animal metaphysicum bei Schopenhauer
in: Aufklärung und Kritik. Schwerpunkt Arthur Schopenhauer 2/2016, S.40-52.

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Schopenhauer und der kritische Rationalismus
in: Aufklärung und Kritik. Schwerpunkt Arthur Schopenhauer 2/2016, S.161-177.

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Nietzsches Auseinandersetzung mit Schopenhauers Pessimismus
In: Günter Gödde, Nikolaos Loukidelis, Jörg Zirfas (Hrsg): Nietzsche und die Lebenskunst. Ein philosophisch-psychologisches Kompendium, Stuttgart 2016, S.84-94.